Rentenlücke berechnen – So viel Geld fehlt Ihnen im Ruhestand
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Geld, das Sie im Ruhestand brauchen, und dem, was die gesetzliche Rente leistet. So berechnen Sie Ihre persönliche Rentenlücke und schließen sie gezielt.

Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke ist die monatliche Differenz zwischen dem Geldbedarf, den Sie im Ruhestand haben, und den Einnahmen, die Sie durch die gesetzliche Rente (und ggf. weitere Quellen) erhalten. Sie entsteht, weil die gesetzliche Rente in aller Regel nicht ausreicht, den gewohnten Lebensstandard vollständig zu finanzieren.
Wichtig: Das sogenannte Rentenniveau (2026 ca. 48–49 %) ist ein statistischer Rechenwert und sagt nichts über Ihre persönliche Rentenlücke aus. Für Ihre individuelle Planung zählt nur: Was brauche ich – und was bekomme ich?
Schritt 1: Wie viel Geld brauche ich im Ruhestand?
Als Orientierung gilt:
- 50 % des Nettogehalts: Grundbedarf (Fixkosten, Lebenshaltung)
- 65 % des Nettogehalts: Lebensstandard mit etwas Spielraum für Freizeit und Hobbys
- 80 % des Nettogehalts: angestrebtes Ziel für komfortablen Ruhestand (Urlaub, Anschaffungen, Hobbys)
Beispiel: Nettoeinkommen 3.000 €/Monat → Bedarf im Ruhestand: ca. 2.400 € (80 %) in heutiger Kaufkraft.
Schritt 2: Wie hoch wird Ihre gesetzliche Rente?
Ihre Renteninformation erhalten Sie jährlich per Post (ab 27 Jahren, mit mindestens 5 Beitragsjahren) oder können sie online über das Rentenkonto der Deutschen Rentenversicherung abrufen. Entnehmen Sie daraus die prognostizierte Regelaltersrente – und schauen Sie auf die zwei Hochrechnungen (bei 1 % und 2 % Rentensteigerung). Als Planungswert nehmen Sie den Mittelwert.
Von der Bruttorente ziehen Sie noch ca. 12,15 % Sozialversicherungsbeiträge (Kranken- und Pflegeversicherung) ab. Je nach Rentenhöhe können zusätzlich Steuern fällig werden.
Schritt 3: Inflation einrechnen
Ihre Rentenlücke wird im Laufe des Ruhestands größer – weil die Inflation (ca. 2 % p.a. angenommen, EZB-Zielwert) schneller wirkt als die Rentensteigerung (ca. 1,5–2 % p.a.). Das bedeutet: Kaufkraft der Rente sinkt im Laufe der Zeit.
Rechenbeispiel (Stand 2026)
- Alter: 35 Jahre, Renteneintritt mit 67 (32 Jahre bis Rente)
- Nettoeinkommen heute: 3.000 €/Monat
- Bedarf im Ruhestand (80 %): 2.400 € heute → hochgerechnet mit 2 % Inflation: ca. 4.400 €/Monat in 32 Jahren
- Prognostizierte Nettorente: 1.600 € heute → hochgerechnet mit 1,7 % Rentensteigerung: ca. 2.800 €/Monat
- Rentenlücke zum Renteneintritt: ca. 1.600 €/Monat – und sie wächst im Ruhestand weiter
Wie schließt man die Rentenlücke?
Es gibt verschiedene Wege der privaten Altersvorsorge – jede mit eigenen Vor- und Nachteilen. Entscheidend ist: früh anfangen und kontinuierlich dabei bleiben.
- ETF-Sparplan: flexibel, kostengünstig, renditeorientiert; gut für Menschen mit mind. 15 Jahren bis zur Rente
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV): über den Arbeitgeber, steuerlich gefördert, oft mit AG-Zuschuss
- Private Rentenversicherung: für lebenslange Rentenzahlung, auch bei sehr hohem Alter
- Riester-Rente: staatlich gefördert, besonders attraktiv für Familien mit Kindern und Geringverdiener
- Immobilien: selbst genutztes oder vermietetes Eigentum als Baustein der Altersvorsorge
Wichtig: Es muss nicht die eine perfekte Lösung sein. Eine kluge Kombination verschiedener Bausteine bietet oft die beste Balance aus Flexibilität, Sicherheit und Rendite.
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