Krankentagegeld – Einkommen absichern, wenn Krankheit lange dauert
Krankentagegeld schützt vor Einkommenslücken bei längerer Arbeitsunfähigkeit – besonders wichtig für Selbstständige, Freiberufler und Gutverdiener. So wählen Sie Höhe und Karenzzeit sinnvoll (Stand 2026).

Was ist Krankentagegeld?
Krankentagegeld ist eine private Versicherungsleistung, die Sie bei Arbeitsunfähigkeit (AU) als festen Betrag pro Tag erhalten. Es dient dazu, Ihr Einkommen zu ersetzen, wenn Sie krankheitsbedingt länger nicht arbeiten können.
Abgrenzung: Krankentagegeld vs. Krankengeld vs. Krankenhaustagegeld
- Krankengeld: Leistung der gesetzlichen Krankenkasse nach Ende der Lohnfortzahlung (bei Angestellten i. d. R. nach 6 Wochen).
- Krankentagegeld: private Ergänzung/Alternative, um die Lücke zu schließen – insbesondere bei Selbstständigen oder höheren Einkommen.
- Krankenhaustagegeld: zahlt pro Tag Krankenhausaufenthalt, unabhängig von Einkommenslücke (anderer Zweck).
Wer braucht Krankentagegeld besonders?
- Selbstständige & Freiberufler: keine Lohnfortzahlung, Einkommensausfall ab Tag 1 möglich.
- Gutverdiener: gesetzliches Krankengeld ist gedeckelt – die Differenz zum tatsächlichen Netto kann groß sein.
- Angestellte mit hohen Fixkosten: selbst eine kleinere Lücke kann bei längerer AU problematisch werden.
Für Angestellte ist die Abstimmung wichtig: erst Lohnfortzahlung (typisch 6 Wochen), danach Krankengeld – das Krankentagegeld sollte so gewählt werden, dass keine Überversicherung entsteht.
Wie hoch sollte das Krankentagegeld sein?
Die passende Höhe orientiert sich an Ihrem Netto-Bedarf (Fixkosten + Lebenshaltung) und an vorhandenen Leistungen (z. B. Krankengeld). Als Faustformel wird häufig das Netto-Monatseinkommen auf einen Tageswert umgerechnet (Netto/30).
- Ermitteln Sie Ihren monatlichen Bedarf (Fixkosten + variable Kosten).
- Ziehen Sie vorhandene Leistungen ab (Krankengeld, Arbeitgeberleistungen, Rücklagen).
- Wählen Sie den Tagesbetrag so, dass die Lücke realistisch geschlossen wird.
Wichtig: In der privaten Krankentagegeldversicherung gilt typischerweise ein Bereicherungsverbot – die Summe der Leistungen darf das Nettoeinkommen nicht überschreiten. Exakte Regeln hängen vom Tarif ab.
Worauf sollten Sie beim Vergleich achten?
- Leistungsdefinition: Wann gilt AU, welche Nachweise sind erforderlich?
- Karenzzeit(en) und Staffelungen
- Optionen zur Anpassung bei Einkommensänderungen (Nachversicherung/Erhöhung)
- Ausschlüsse & Gesundheitsprüfung: Vorerkrankungen sauber angeben
- Dynamik/Beitragsentwicklung und Kündigungsrechte
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